Man muss auch ‘mal loslassen können!

16 Feb Man muss auch ‘mal loslassen können!

Was auf den ersten Blick nach „Lebensberatung“ klingen mag, hat in unserem Kontext einen viel einfacheren, wenn auch wichtigen Bezug: Datenbestände tendieren dazu, kontinuierlich anzuwachsen und unübersichtlich zu werden. Doch wie verschaffe ich mir wieder den nötigen Durchblick?

Die Antwort ist einfach: Daten löschen! Was so banal klingt, wird in der Praxis häufig gar nicht oder nur äußerst sporadisch umgesetzt. Alte Datenstrukturen werden ewig mitgeschleppt, Merkmale, die vielleicht für eine einzelne Aktion wichtig waren, bleiben für immer am Kunden haften. Das geht zu Lasten der Übersichtlichkeit und auch der Schnelligkeit in der Bearbeitung! Technische Limitierungen spielen dabei heute keine Rolle mehr, Speicherplatz und Rechengeschwindigkeit sind in Hülle und Fülle vorhanden. Es geht darum, wie schnell der Anwender im täglichen Geschäft die für ihn wichtige Information finden und verwerten kann. Und hier erhöht sich der Aufwand für jeden einzelnen Anwender erheblich und die Fehlerquote steigt, wenn aus z.B. 20 verfügbaren Informationen immer zunächst die drei noch relevanten und aktuellen Werte „ausgelesen“ werden müssen. Man sieht buchstäblich das Datum vor lauter Daten nicht!

Die Einführung einer „Löschkultur“ und eines Konzepts zur kontinuierlichen Datenpflege, auch wenn dies zunächst nach Arbeit klingt, birgt deshalb auf jeden Fall mittel- und langfristig große Chancen für effizienteres Arbeiten mit dem System.

Machen die beschreibenden Merkmale den Markt noch transparent? Brauche ich das noch? Gibt es obsolete Daten, die in aktuellen Workflows keine Rolle mehr spielen? Wird mein Informationsbedürfnis noch erfüllt? Finden sich die Anwender noch zurecht?

Wenn man sich diese Fragen beständig stellt, ist man auf dem Weg, eine „Löschkultur“ zu entwickeln. Wenn dann noch Verantwortlichkeiten vereinbart und eine regelmäßige Datenpflege sichergestellt sind ist man dem Ziel eines schlanken und transparenten Datenkonzepts sehr nah. Schnellere Bearbeitungszeiten und treffsichere Auswertungen werden mit Sicherheit Ergebnisse dieses Konzepts sein.

Und, wenn man nicht gänzlich loslassen kann oder will: „Löschen“ ist in der heutigen Datenhaltung ein relativer Begriff. Vielleicht werden Daten nur gefiltert dargestellt oder „verlagert“. Das Ziel bleibt dasselbe: Relevante Information geben, Übersicht behalten.

 

Stefan Pemsel

Meine berufliche Leidenschaft gilt den Medien.

Xing 

Möchten Sie mehr zu diesem Thema wissen?

Keine Kommentare

Einen Kommentar schreiben