Hexenwerk „Regelpreislisten“?

15 Feb Hexenwerk „Regelpreislisten“?

Auch 20 Jahre nach Einführung der Regelpreislisten stelle ich immer wieder fest, dass diese Form der Erfassung von Preislisten immer noch argwöhnisch betrachtet wird. Manchmal beschleicht mich das Gefühl, dass diese Form der Preislistenerfassung als „Hexenwerk“ empfunden wird und daher nicht zum Einsatz kommt.  Wie bedauerlich… .

Auch wenn diese Funktionalität erst ab VM Business verfügbar ist, so ist es eindeutig mal an der Zeit, ein wenig Aufklärungsarbeit zu leisten. Schließlich wird der Großteil der VM-Anwendungen in dieser Lizenzstufe betrieben.

Mit Regelpreislisten zu arbeiten, ist definitiv kein Hexenwerk. Ganz im Gegenteil. Es ist allerdings zugegebener Maßen ein komplexes Thema. Letztlich wird bei Regelpreislisten nicht nur die Erfassung von Preisposten rigoros verschlankt. Vielmehr wird durch die Nutzung des Regelwerkes die gesamte Strukturmöglichkeit der kaufmännischen, wie auch der statistischen Daten auf einen High-End-Level portiert.

Früher musste im VM jedes buchbare Format in seiner gewünschten Ausprägung als Preislistenposten erfasst werden. Das heißt schlichtweg: Es musste  für jede mögliche Kombination aus allen Farben, Formatkürzeln, Spaltigkeiten, Überbundkennzeichen etc. jeweils ein eigener Preislistenposten erfasst werden, damit disponiert werden konnte. Tenor: Nur was in der Preisliste hinterlegt ist, kann auch gebucht werden. Diesen Standard findet man heutzutage in allen kaufmännischen Systemen und natürlich steht dieser Standard auch heute noch im VM zur Verfügung. Ein Standard  erwartet schlicht für jede nur erdenkliche Kombination von Leistungen eine eindeutige Preisbezeichnung in der Preisliste. Diese wird komplett in den Auftrag übernommen.  Nachteil: Es entsteht ein hoher Arbeitsaufwand im Bereich der Preislistenpostenerfassung und Pflege.

Wir haben uns also damals Gedanken darüber gemacht, wie man den üblichen Standard ganz einfach besser machen kann. Nicht nur im Hinblick auf einen geringeren administrativen Aufwand, sondern um auch mehr Flexibilität in der Datengestaltung ermöglichen zu können. Darüber hinaus galt es natürlich auch sicher zu stellen, dass die individuellen Anforderungen mit berücksichtigt werden.

Dabei rausgekommen sind die Regelpreislisten. Sie basieren auf der Annahme, dass z. B. eine ½ Seite, egal ob hoch oder quer, angeschnitten oder im Satzspiegel immer den gleichen Preis hat. Man somit nur einen Preisposten für die ½-Seite je möglicher Grundfarbe  (sw, 1ZF, 2ZF, 4c) benötigt. Ausgehend von dieser Annahme braucht ein Preisposten nur die simple Information des Formatkürzels, der Grundfarbe und, klar,  einen Preis.

Natürlich müssen für eine korrekte Angabe von Formaten beim Bestätigungsdruck, für die Übergabe an Produktionssysteme, die Motiverfassung usw. die Formatspezifikationen je Formatkürzel in den VM eingepflegt werden. Dies gilt auch für die Definition der  Grundfarben 1 ZF und 2ZF sowie ein paar Steuernamen für die automatische Preisnamengenerierung. Das ist eigentlich eher simpel und hierfür hätten wir keinen so hochtrabenden Namen wie „Regelpreisliste“ gebraucht. Sowas wie „Preispostenerfassung nach Kürzeln“ hätte da schon gereicht. Denn genau das wird an dieser Stelle auch gemacht. Das große ABER und somit das Arbeiten mit Regeln (dem vermeintlichen Hexenwerk) ergibt sich aus dem Umstand, dass dann doch wieder etwas einen eigenen Preis hat. Unsere ½-Seite kostest sw, egal ob hoch oder quer, 10.000 €. Doch wenn sie angeschnitten ist, dann kostet sie 11.000 €. Folglich braucht man hierfür einen Preisposten. Damit der VM bei der Auftragserfassung weiß, dass es hierfür einen eigenen Preis geben muss, wird in den REGELN für das Kennzeichen AS ein P gesetzt. Das bedeutet nix anderes als: Wird beim Disponieren eines Formates das Anschnitt-Kennzeichen gesetzt, dann muss es auch in der Preisliste einen Preis für dieses Format mit Anschnitt-Kennzeichen geben.

Ich muss gestehen, dass mit dem Anschnitt ist ein einfaches Beispiel, was sich über die Regeln steuern lässt. In Gänze ist es aber nun mal kein Hexenwerk, sondern schlicht sehr umfangreich. Doch wenn man es mal „im Blut“ hat, erspart es enorm viel Erfassungsaufwand, das sichere Disponieren ist gewährleistet und auch die Erfassung unterschiedlicher Insertionsarten in einem Auftrag ist steuerbar.

Das simple Preispostengerüst der Regelpreislisten ist übrigens die Voraussetzung für den Einsatz der CrossMedia2. Das Objektübergreifende buchen bedarf einer einfachen Preispostenstruktur. Damit lässt sich dann natürlich auch die komplexe Vielfalt für das gesamte Spektrum an Werbeformen eines Medienhauses auf einem Auftrag oder einer Rechnung abbilden.

Auf den Punkt gebracht: Regelpreislisten sind für uns die Schaffung der Möglichkeit mit dem VM mehr bieten zu können, als nur einen Standard. Typisch VM eben und gar kein Hexenwerk!

 

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Rosemarie Lade

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